• Italiano
  • English
  • Français
  • Español
  • Deutsch

Cremona entdecken

Schon seit der Römerzeit spielte Cremona am Poufer eine bedeutende Rolle in der italienischen Geschichte und Kultur. Dank des großen Flusses und der zentralen Lage in der Poebene ist die Stadt ein Kernpunkt des Handels- und Wirtschaftsverkehrs. Wie immer in der Vergangenheit, wurden die wissenschaftlich wichtigen Städte auch zum idealen Platz für die Entwicklung der Kunst und der Kultur. Deshalb wurde Cremona mit seinen zahlreichen Kunstwerken eine Kulturhauptstadt im künstlerischen und musikalischen Bereich. Wegen der Musik und besonders wegen des Geigenbaus ist Cremona eine einzigartige Stadt. Als Geburtsstadt von berühmten Musikern und Komponisten wie Claudio Monteverdi und Amilcare Ponchielli, dem das geschichtlich und architektonisch bedeutende Theater benannt ist, bietet Cremona den Stadtbewohnern und Besuchern während des ganzen Jahres zahlreiche Musikvorstellungen an, beispielsweise. die Konzert-, Opern- und Tanzsaison des Theaters Ponchielli, das Sommerfestival ?Theater, Tanz und Musik -, das Monteverdifestival, das Festival ? Die Saiten der Seele? ? Literatur und Musik -, Geigenbau im Festival, die besonderen Musikspiele der Veranstaltung ?Sommerdonnerstage? und ?Weihnachten in Cremona?.

Den Freunden der klassischen Musik bietet das Stadtmuseum in der Winterzeit jeden zweiten und vierten Sonntag im Monat Vormittagsvorstellungen an. Im Frühling und Sommer kann man Jazz Folk, Tango und verschiedene Interpretationen der traditionellen Musik hören.

Vor allem ist Cremona eine Stadt ?im Violinschlüssel?: Die Bindung zum Geigenbau ist alt und unlöschbar. Interesse, Leidenschaft und Neugier können Anlass zu einem ungewöhnlichen Besuch sein, indem man dem Echo der Noten folgt. Tats?chlich ist es möglich, Cremona auf einer Reise zwischen dem historischen Hintergrund und dem mit den Sinnen Wahrnehmbaren kennen zu lernen, einen subtile leise, aber auch durchdringende und zutiefst ergreifende Erfahrung. Der Puls der Stadt zeigt sich, tatsächlich beständig in den oft geheimnisvollen Kunstschätzen. Es ist leicht möglich , ihn in der Ausführung der Arbeit der Geigenbauer zu finden, sowie in den Noten, die in den vielen Geigenwerkst?tten (ungefähr 140) und Gebäuden erklingen, als ob die Mauern musikalisch schw?ngen. Zusammen mit dem Torrazzo ist das Rathaus das Wahrzeichen der Stadt. Sitz der Stadtregierung am Anfang des 12. Jahrhunderts, bewährt es heute eine wertvolle Sammlung von alten Streichinstrumenten, die auf eine einzigartige Tradition von künstlerischen Feinheiten und Fähigkeiten aufzeigt. Die Geige ?Carlo IX di Francia? beweist die Aktualität der Arbeit von Andrea Amati, der in der Mitte des 16. Jahrhunderts Geometrien und Techniken anwendete, die wir unverändert haben können. Man kann behaupten, dass die Geige vor 5 Jahrhunderten dank seiner Forschung gebaut wurde.

Antonio Stradivari entwickelte die Instrumente der Familie Amati weiter, um den Klang der Geige dem Theater anzupassen, wo sie immer öfter eine solistische Rolle spielte. Von der Geige ?Clisbee? (1669) zum Violoncello ? ex Cristiani?(1700), vom ?Cremonese?(1715) zum ?Vesuvius? (1724-28) ist es möglich, das künstlerische Werk des wichtigsten Geigenbauers zu entdecken. Die Geigen Stradivaris erzählen aber auch von den Ähnlichkeiten, die diese Meisterwerke mit den bekannten Komponisten und den gelobten Interpreten verbinden. Auch die Saiteninstrumente der Familie Guarneri vermitteln die unerreichbare Exzellenz der Geigenmeister aus Cremona in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts. Im Museo Stradivariano kann man die Werkstatt von Antonio Stradivariim im Original besichtigen und seine Geheimnisse verstehen. In den Sälen des Palazzo Affaitati in der Via Ugolani Dati befinden sich viele Modelle, Formen und Werkzeuge, die der Meister benutzte und die von den Erben des Grafen von Salabue Alessandro Cosio, einem großen Sammler von Streichinstrumenten dieser Zeit, verkauft wurden. Im Jahre 1920 kaufte sie der Geigenbauer Giuseppe Fiorini aus Bologna zum Preis von 100.000 Lire, um sie dann, zehn Jahre später, dem Stadtmuseum zu schenken; das Museum hatte bereits 1893 viele Werkzeuge bekommen, die Giovanni Battista Cerani gesammelt hatte. Die Ausstellung enth?lt ebenso mehr als 60 Geigen, Violoncelli, Kontrabässe, Viole d?amore, die meistens von italienischen Geigenbauern von der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts bis zur ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts gebaut wurden. Erwähnenswert sind Meisterwerke von Stradivari, Amati, Guarneri, Guadagnini und Gagliano, die dem Palazzo Affaitati durch Vermittlung der ?Friends of Stradivari? von den großen Weltsammlern geliehen worden sind. Ihre Erben sind die großen gegenwärtigen Meister. Die Sammlung der Stiftung Antonio Stradivari im Palazzo Pallavicino Ariguzzi zeigt alle beim dreijährlichen internationalen Wettbewerb mit Goldmedaillen prämierten Instrumente; seit 1976 treffen in diesem Wettweberb die besten Geigenbauer der Welt aufeinander, so dass er nicht zufällig, die Olympiade des Geigenbaus genannt wird. Dort kann man wunderschöne Ausführungen von heute geschätzten Handwerkern bewundern, die genau dank ihres Erfolgs im Wettweberb eine glänzende Karriere begonnen haben und hervorragende Spitzenleistungen erreichen konnten. In zwölf Veranstaltungen hat die Stadt mit diesem Wettbewerb eine einzigartige Beziehung zwischen Musikern und Geigenbauern ermöglicht, wo die Tradition erlernt werden kann oder innovative Wege diskutiert werden können. Die musikalische Vergangenheit von Cremona hat der Stadt wichtige Zeugnisse hinterlassen: geschichtspr?chtige Gassen und ziegelrote mittelalterliche Paläste, die sich bei Sonnenuntergang wie Geigen in einer leuchtenden goldenorange Farbe f?rben. Einige Straßen sind mit dem Leben des großen Antonio Stradivari verbunden: Sein Haus im Corso Garibaldi, das seit 1667 auch seine Werkstatt war, oder die Kopie seines Grabsteins, die sich heute in den Gärten der Piazza Roma befindet; hier standen die Kirche und das Kloster des heiligen Dominikus, wo Stradivari zur letzten Ruhe gebettet wurde. Nicht weit von den Gärten, auf der Piazza Stradivari, gedenkt eine moderne Statue des großen Meisters. Eine weitere Statue empfängt die Besucher am Eingang des Rathauses. Die internationale Geigenschule im Palazzo Raimondi trägt seinen Namen, nicht nur zur Erinnerung, sondern auch , um den Schülern , die aus der ganzen Welt kommen ein gutes Omen zu sein ,um die Geschicklichkeit des Meisters erreichen zu können. Vergangenheit und Gegenwart, Tradition und Forschung, handwerkliches Können und künstlerische Sensibilität vermischen sich in harmonischem Zusammenspiel, verstärken sich gegenseitig und bereichern sich in neuer Färbung, ähnlich der Klangentstehung im Resonanzkasten einer Geige . So ist der Geigenbau in Cremona lebendiger als sonst 500 Jahre nach Andrea Amati und drei Jahrhunderte nach dem goldenen Zeitalter von Stradivari, Guarneri und Bergonzi lebendig geblieben. Bald wird Cremona der Welt ?Das Geigenmuseum? vorstellen: Ein weiteres Mosaikstein im Bestreben das Wissen um den Geigenbau zu erhalten.